Alternativ
können
wir Ihnen ein Sumpfpflanzendach (wetland
roof)
anbieten,
gewissermaßen für "grüne Softies".
Mattenspezifikation
Dachbegrünung, Sondertyp "Sumpfpflanzendach"
(auch als Ausschreibungstext geeignet)
… bestehend aus
Polyestervliesstoff (saugfähige Seite) und
Polyäthylenfolie (Verdunstungsschutzschicht) sowie
eingearbeiteten Zugelementen, als Pflanzenträgermatte zur
substratlosen Begrünung mit Sumpfpflanzen
gemäß standortspezifischer Artenzusammenstellung
durch die Firma Rhizotech, geeignet zur Anstaubewässerung auf
einem Flachdach oder für Schrägdächer
(1 ° – 35 ° Dachneigung) mit wechselfeuchten
Standortbedingungen und regelmäßiger (sechs- bis
zehnmaliger) Bewässerung pro Tag aus Regenwasserzisternen,
gesteuert über einen Bewässerungscomputer, der
entsprechend programmiert eine definierte Wassermenge über
eine
Pumpstation und Verrieselungsleitungen am First dem Sumpfpflanzendach
zuführt.
Vorausgesetzt wird eine konventionelle wasserdichte und
durchwurzelungsfeste Vorbereitung des Daches gemäß
FLL-Richtlinie für die Planung,
Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen –
Dachbegrünungsrichtlinie (2008).
Bei Anstaubewässerung (Flachdach) kann die Initialbepflanzung
unmittelbar auf dem Dach erfolgen – ein dichter Bestand ist
dann nach zwei Vegetationsperioden zu erwarten.
Bei geneigten Dächern ist eine Vorkultur der Matten in unserer
Gärtnerei erforderlich. Die mindestens eine volle
Vegetationsperiode vorkultivierte, mit Sumpfpflanzen weitgehend
durchwurzelte Pflanzenträgermatte wird dann auf das Dach
aufgebracht (ca. 20 kg/m² Dachlast).

Pflanzenträgermatte
mit Verdunstungsschutzschicht

Pflanzenträgermatte wahlweise
mit oder ohne Verdunstungsschutzschicht

Rhizotech – Sumpfpflanzendachmatten in unserer
Vorkultur
Verfahrensbeschreibung
Bei
einem Sumpfpflanzendach handelt es sich um eine Form der extensiven
Dachbegrünung, bei der Sumpfpflanzen flächendeckend
auf einem Dach
aufgebracht und in Intervallen täglich bewässert
werden. Es stehen
dabei neben ästhetischen vor allem funktionelle Aspekte im
Vordergrund.
Anwendungsmöglichkeiten
von
Sumpfpflanzendächern

Sumpfpflanzendächer
können als ,,natürliche Klimaanlage“
bezeichnet werden.
In warmen
Monaten wird durch die Verdunstung des Wassers Wärme aus den
darunter
liegenden Räumen abgeführt, in den kalten Monaten
schützt das
Sumpfpflanzendach
als zusätzliche Isolation vor zu starker
Wärmeabstrahlung.
Wasserspeichernde,
mit Sumpfpflanzen besetzte Matten werden auf dem Dach
ausgelegt und
wirken als „natürliche Klimaanlage“.
Die Pflanzen
und die an den Wurzeln der Pflanzen lebenden Mikroorganismen entziehen
dem Wasser Nährstoffe, die sie für das Wachstum und
den Stoffwechsel
nutzen. Sumpfpflanzendächer eignen sich nicht nur für
die Rückhaltung
und Reinigung von Niederschlagswasser, sondern auch für
häusliche,
gewerbliche, landwirtschaftliche und industrielle Abwässer.
Das
gereinigte Wasser kann für Bewässerungszwecke oder
zum Betrieb von
sanitären Anlagen wieder verwertet werden
(Grauwasserrecycling).
Sumpfpflanzen
sind durch die vor allem im Sommer hochaktive Vegetation für
die
Filtration von Schwebstoffen aus der Luft geeignet (trockene
Deposition). Die Stäube lagern sich an der Oberfläche
der
Vegetationsschicht an und werden vom Regen
zunächst in die
Matten
eingetragen und zu einem großen Teil als
Pflanzennährstoffe aufgenommen.
Kuhstalldach der FAL in
Braunschweig (2006)
Ein
weiterer positiver Effekt von Sumpfpflanzendächern ist der
Schutz der
Dachhaut gegen extreme Witterungsverhältnisse, was zu einer
längeren
Lebensdauer des Daches führt.
Ein begehbares
Sumpfpflanzendach kann außerdem als Dachgarten und
Entspannungszone
genutzt werden und trägt zu einer optischen Aufwertung
des Gebäudes bei.
Sumpfpflanzendächer
sind eine energiearme Form der Klimatisation mit zahlreichen
ökologischen Sonderfunktionen, die insbesondere für
globale
Ballungszentren wie Großstädte (Megacities)
vielseitige Vorteile
versprechen.
Zusammenfassung
der Wirkungskomponenten
eines Sumpfpflanzendachs
- Ausgleich
von Temperaturamplituden (der Dachhaut, des Gebäudes,
der
mikroklimatischen Umgebung) und Kühlung
- durch
Einstrahlungsabschirmung
- durch Evapotranspiration* des
künstlich bewässerten Daches durch die auch
im Sommer üppige
Vegetationsbedeckung.
- Abflussreduktion von
Niederschlägen.
- Erhöhung der Lebensdauer des
Daches durch Temperaturdämpfung und Vermeidung der direkten
Einwirkung
der UV-Strahlung und dadurch bewirkter verminderter
Oberflächenalterung.
- Ausgleich der Flächenversiegelung
(Faktor
= 50 %).
Aufbau und Prinzip
eines
Sumpfpflanzendaches
- Drastische
Verminderung des (aus fossilen Energiequellen gespeisten)
technischen Klimatisierungsbedarfs durch passive
Gebäudekühlung.
- Verbesserung
des Mikroklimas und Beitrag zur Vermeidung der
sommerlichen Überhitzung städtischer
Ballungsräume (hot spots).
- Filtration
von Staubemissionen und anderen Luftschadstoffen.
- Höhere kurzwellige Strahlungsreflexion
gegenüber einem dunklen
Bitumendach
* Zur Verdunstung von 1 g Wasser wird
der Umgebung die Energiemenge von 2.450 kJ entzogen und erst bei der
Kondensation in der Atmosphäre
wieder freigesetzt.
- Geringe
Dachlasten als substratloses Begrünungsverfahren mit lediglich
einer textilen Wasserspeichermatte, auf der ausgewählte
Sumpfpflanzen
vorkultiviert wurden. Dadurch Deckungsgrad der Pflanzen nach einer
Vegetationsperiode von 100 %.
- Gestaltungsoption
als begehbare Dachlandschaft (Flachdach) mit hoher
ästhetischer
Komponente durch die Mannigfaltigkeit der dachuntypischen
Sumpfpflanzenarten (aquatische Makrophyten) und der mit ihnen
vergesellschafteten Fauna (z. B. Schmetterlinge, Vögel)
anstelle von
sommerlich verkümmernden Sukkulenten- und Grasdächern.
- Nutzungsoption
als Dachkläranlage für kommunale und industrielle
Abwässer (constructed wetlands, reed bed treatment systems,
bepflanzte
Bodenfilter, Schilfkläranlagen, treatment wetlands) und
für das
Grauwasserrecycling und die Regenwasserbehandlung.
- Vollautomatischer
Betrieb über Bewässerungscomputer.
Artenliste Sumpfpflanzendach (Stand 2012)
| Lateinischer Name |
Deutscher Name |
Butomus umbellatus
Caltha palustris
Carex acutiformis
Carex gracilis (acuta)
Carex hartmanii
Carex panicea
Carex pseudocyperus
Carex rostrata
Filipendula ulmaria
Gratiola officinalis (weiß od. blau)
Iris pseudacorus
Iris versicolor
Juncus compressus
Juncus effusus
Juncus ensifolius
Juncus inflexus
Lysimachia nummularia
Lythrum salicaria
Mentha aquatica
Mentha cervina (blau, weiß)
Mentha longifolia
Mimulus luteus
Mimulus ringens
Myosotis palustris
Polygonum bistorta
Ranunculus flammula
Ranunculus lingua
Rumex hydrolapathum
Scirpus sylvaticus
Solanum dulcamara
Stachys palustris
Symphytum officinale
Valeriana officinalis |
Schwanenblume
Sumpfdotterblume
Sumpfsegge
Scharfe Segge
Hartman's Segge
Hirsensegge
Zypernähnliche Segge
Schnabelsegge
Mädesüß
Gottesgnadenkraut
Sumpfschwertlilie
Schillernde Schwertlilie
Zusammengedrückte Binse
Flatterbinse
Zwergbinse
Blaugrüne Binse
Pfennigkraut
Blutweiderich
Wasserminze
Französische Wasserminze
Roßminze
Gelbe Gauklerblume
Blaue Gauklerblume
Sumpfvergissmeinnicht
Schlangenknöterich
Brennender Hahnenfuß
Zungenhahnenfuß
Flußampfer
Waldsimse
Bittersüßer Nachtschatten
Sumpf-Ziest
Gemeiner Beinwell
Echter Baldrian
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